Es steht also fest, dass die Parodontitis durch
Bakterien, aber auch durch schlechte Mund-
hygiene und Faktoren wie Stress, Rauchen und
Medikamente hervorgerufen werden kann.
Es kommt jedoch auch durchaus vor, dass die
Krankheit trotz intensiver Therapie ständig
weiter voranschreitet, obwohl die oben genannten
Faktoren nicht zutreffen.
In diesen Fällen ist es wahrscheinlich, dass
der Grund für die Erkrankung im Immunsystem
des Patienten liegt. Es gibt Menschen, deren
Abwehrsystem gewissermaßen überempfindlich
reagiert, indem es selbst bei Anwesenheit
einiger weniger Bakterien große Mengen von
Abwehrstoffen, die sog. Interleukine, ausschüttet.
Diese Interleukine richten sich nun leider nicht
nur gegen die Bakterien, sondern auch gegen
eigene Körperzellen, so dass es in der Folge zu
einem raschen und starken Gewebeabbau kommt.
Der Grundstein für diese Überempfindlichkeit ist
an eine spezifische Ausprägung von Interleukin-
Genen gebunden, die bei ca. 30% der Bevölkerung
vorliegt. Der GenoType® PRT©-Test (Anmerkung:
Fa. Hain Diagnostika GmbH oder ähnliche Tests) bringt
schnell, sicher und schmerzfrei Klarheit darüber,
ob ein Patient dieses erblich bedingte Parodontitis-
Risiko trägt oder nicht.
Ist ersteres der Fall, muss für solche Patienten
ein entsprechender Prophylaxe- oder Therapieplan
erstellt werden, um die Entstehung von
parodontalen Krankheiten zu verhindern
bzw. deren Fortschreiten deutlich zu verlangsamen.
Kommt zu dieser erblichen Komponente ein weiterer
Risikofaktor, wie das Rauchen hinzu, so erhöht
sich das Risiko noch drastischer, während eine
gute Mundhygiene das Fortschreiten der
Parodontitis vermindert.
Anhand der folgenden Abbildungen wird ersichtlich,
welchen Einfluss der Genotyp eines Patienten
auf den Krankheitsverlauf hat. Bei einem PST-positiven
Patienten schreitet die Parodontitis deutlich schneller
voran, als bei einem vergleichbaren PST-negativen
Patienten mit ähnlicher Mundhygiene.
Wird ein PRT-positiver Patient bei guter häuslicher
Mundhygiene in ein spezielles Behandlungskonzept
eingebunden, so kann der Zahnhalteapparat
über Jahre hinweg stabilisiert und ein Zahnverlust
aufgehalten werden.